Bauen für das Ehrenamt
Neubau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Großhadern
Der Neubau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Großhadern ging aus der Notwendigkeit hervor, dass der Bestand im denkmalgeschützten „Alten Rathaus“ (Baujahr 1930–31) erhebliche funktionale und räumliche Defizite aufwies. Die bislang im Erd- und Untergeschoss untergebrachten Nutzungen entsprachen weder den heutigen Anforderungen an Betriebsabläufe noch an Sicherheit und Erweiterbarkeit. Vor diesem Hintergrund wurde durch die Landeshauptstadt München die Planung eines Neubaus initiiert.
Der neue Standort an der Würmtalstraße 128 verortet das Gerätehaus weiterhin im Zentrum Großhaderns und in unmittelbarer Nähe zum Klinikum Großhadern. Die städtebauliche Situation ist durch eine heterogene Struktur geprägt. In diesem vielschichtigen Kontext positioniert sich der Neubau von Nova Michael Beck Architekten, München, als klar strukturierter, funktional geprägter Baukörper, der sowohl auf die Anforderungen des Einsatzbetriebs als auch auf die unterschiedlichen Maßstäbe der Umgebung reagiert. Die Anordnung von drei Fahrgassen ermöglicht ein schnelles und flexibles Ausrücken in beide Richtungen der Würmtalstraße und definiert zugleich die prägnante Erdgeschosszone.
Der dreigeschossige Neubau vereint nahezu alle Funktionen des Gerätehauses in einem kompakten Volumen. Lediglich eine vierte Fahrgasse ausgestattet als Waschhalle verbleibt in der bestehenden, separat geführten Fahrzeughalle an der Großhadener Strasse.
Die technische Infrastruktur des Gebäudes ist weitgehend auf den Dachflächen konzentriert. Photovoltaikmodule, Lüftungsanlagen und Wärmepumpe bilden ein integrales System zur energieeffizienten Versorgung. Ergänzt wird dieses durch ein Notstromaggregat, das die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr auch im Krisenfall sicherstellt. Maßnahmen wie Dachbegrünung und Fassadenbegrünung leisten darüber hinaus einen Beitrag zur ökologischen Einbindung des Baukörpers.
Eine begrünte Metallstruktur vor der Nordfassade ergänzt das ökologische Konzept und verleiht dem Gebäude eine zusätzliche räumliche Tiefe. Baumpflanzungen in Form von vier Ersatzpflanzungen ergänzen die Vegetation oder spenden Schatten. Zwischen Neubau und „Altem Rathaus“ entsteht ein geschützter Freiraum mit Spielplatz, der von der dort untergebrachten Kinderkrippe genutzt wird. So wird das Ensemble nicht nur funktional ergänzt, sondern auch sozial und stadträumlich weiterentwickelt.
Der Neubau der Freiwilligen Feuerwehr Großhadern ist damit Ausdruck einer präzisen Balance zwischen funktionaler Optimierung, stadträumlicher Einfügung und dem sensiblen Ausbauen im Bestand.
Foto: Quirin Leppert für Baureferat

