Sammlergene

Gibt es diese wirklich oder ist es eine Frage der Sozialisation in frühen oder auch noch in späteren Jahren?
Aus meiner persönlichen Sicht gilt beides. So wurde ich bereits durch meinen Vater mit selbigem Gen ausgestattet, das in späteren Jahren durch die Partnerschaft mit einem Kunstsammler zu neuem Leben erweckt wurde.
Dabei habe ich mich im Unterschied zu echten Sammlern nie auf eine einzige bevorzugte Richtung beschränkt und sammle auch nicht fürs Archiv. Ob Kunst, Objekte oder Antiquitäten, sie müssen mich persönlich ansprechen. Und da sie durch ihre Geschichte(n) zu mir in Beziehung treten, kann ich sie auch nicht in Archive wegsperren, sondern möchte sie in meiner Nähe haben.
Das Sammlergen führt dann auch dazu, dass ich recht häufig auf Flohmärkten und Auktionen unterwegs bin und hier gerade ein Objekt mit einer fast unglaublichen Geschichte entdecken konnte. Die verkohlte und dennoch gut erhaltene Holzfigur erinnerte mich spontan an die Kunstobjekte von Maarten Baas, als sei sie aus einer seiner Ausstellungen entflohen und zog mich magisch in ihren Bann. Ihre Geschichte ist jedoch eine andere. Sie entstammt einem Haus meiner Umgebung, das vollständig bis auf die Grundmauern heruntergebrannt ist. Das Einzige, das überlebte, war dieser kleine Heilige und hat ob seiner Geschichte nicht nur etwas Einzigartiges, sondern auch fast etwas Magisches – insbesondere für mich ganz persönlich.
Gene kann man sich einfach nicht aussuchen.