Neubau städtisches berufliches Schulzentrum für Farbe und Gestaltung an der Carl-Wery-Straße
Im Februar wurde sie offiziell eingeweiht und ist fortan Ausbildungsstätte für die zukünftigen Fahrzeuglackierer, Gestalter für Visuelles Marketing, Kirchenmaler, Maler und Lackierer, Schilder- und Lichtreklamehersteller sowie Vergolder und Wachszieher.
Im Rahmen des zweiten Schulbauprogramms der Landeshauptstadt München entstand an der Carl-Wery-Straße ein zentraler, zukunftsfähiger Schulstandort für die Beruflichen Schulen für Farbe und Gestaltung. Bisher waren die Schulen auf die Standorte Luisenstraße und Hofmannstraße verteilt. Aufgrund der anstehenden Sanierung der Gebäude in der Luisenstraße und des gestiegenen Raumbedarfs beauftragte der Münchner Stadtrat das Baureferat mit der Planung und Umsetzung des Neubaus. Mit dieser Maßnahme werden alle Fachbereiche an einem Standort gebündelt und damit moderne Unterrichtsformen, sowie der zusätzliche Flächenbedarf optimal erfüllt. Der Entwurf des Neubaus stammt von V-Architekten aus Köln, die sich auch für die Planung der Instandsetzung des Gebäudes in der Luisenstraße verantwortlich zeichnen.
Eine moderne Ausbildungsstätte
Der Neubau präsentiert sich als freistehender, kompakter Baukörper mit fünf Vollgeschossen und zwei Untergeschossen. Als identitätsstiftendes Gebäude soll es die Nachbarschaft rund um die S-Bahn-Station „Neuperlach Süd“ bereichern. Im multifunktionalen Erdgeschoss befinden sich gemeinschaftliche und repräsentative Bereiche, darunter ein Speisesaal mit angeschlossener Küche, ein Mehrzweckraum sowie eine Pausen- und Ausstellungshalle. Außerdem liegt hier eine Lackierhalle, die von mehreren Fachbereichen genutzt wird. Unterirdisch befindet sich eine Zweifachsporthalle, die über umlaufende Lichtschächte natürlich belichtet wird. In den vier Obergeschossen sind die Unterrichtsbereiche untergebracht, darunter Fachunterrichtsräume, Werkstätten, EDV-Räume sowie die Lehrerzimmer der einzelnen Fachbereiche.
Sowohl die verzinkte Fassade als auch die Innenräume zeichnen sich durch einen bewussten Werkstattcharakter aus. Die Materialien und Oberflächen wurden der Nutzung entsprechend robust und neutral gehalten und bieten so den passenden Rahmen für die kreativen und handwerklichen Tätigkeiten der Schüler*innen.
Der Baukörper verfügt über eine energieeffiziente Gebäudehülle und moderne Haustechnik, darunter Fernwärmenutzung, Kühlung mit Grundwassernutzung über eigene Saug- und Schluckbrunnen, eine Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung, eine Photovoltaikanlage sowie eine extensive Dachbegrünung. Diese hochentwickelte technische Infrastruktur ist weitgehend unsichtbar in Deckenebenen und einer Dachtechnikzentrale integriert und präsentiert sich nach außen hin unauffällig.
Kunst am Bau
Im Rahmen von QUIVID entstand das Kunstprojekt „Test Pattern“. Der Entwurf des Künstlers umfasst zwei farbige Wandbilder die sich an unterschiedlichen Orten des Schulgebäudes befinden: im Lichthof über der Pausenhalle und im zweiten Obergeschoss gegenüber einer Treppe. Das sich über alle Stockwerke erstreckende Kunstwerk wurde im Rahmen eines Workshops gemeinsam mit den Schüler*innen der Berufsschule ausgeführt. Damit wird der gestalterische Prozess selbst zu einem Bestandteil des Gebäudes.
Foto: Peter Schinzler für Baureferat

